Mineralien sind etwas faszinierendes. Und es gibt möglicherweise sehr viel mehr als bisher angenommen. Dies geht aus einem neuen Katalog hervor, der die Mineralien nicht nur anhand ihrer inneren Beschaffenheit, sondern auch anhand der Art und Weise ihrer Entstehung, identifiziert. Die Ergebnisse helfen, die Entwicklung der Erde zu verstehen.

Minerale zeichnen sich in der Regel durch ihre einzigartige Struktur und Chemie aus. Jedes Mineral enthält eine ganze Reihe an Informationen über die Erde, die aus der Zeit stammen, in der das Gestein gebildet wurde. Kristalle sind Zeitkapseln, die ihre Entstehungsbedingungen und die anschließenden Verwitterungs- und Veränderungsprozesse enthalten.

Shaunna Morrison und ihr Kollege Robert Hazen vom Carnegie Science Earth and Planets Laboratory, Washington haben mehrere Tausende von wissenschaftlichen Abhandlungen und Datenbanken durchforstet, um herauszufinden, auf welche Weise alle bekannten Mineralien auf der Erde entstanden sind. Wenn sich Mineralien auf unterschiedliche Weise bilden konnten, ordneten sie sie in verschiedene Kategorien ein, wodurch sich die Gesamtzahl der Mineralienarten erhöhte. Sie fanden heraus, dass Minerale auf 57 verschiedene Arten entstehen können. Meteoriteneinschläge, Vulkane und Verwitterungsprozesse sind nur drei Beispiele davon.

Die meisten Mineralien bilden sich auf nur eine Art, während andere auf verschiedene Arten gebildet werden können. Pyrit beispielsweise hat mehr als 20 verschiedene Ursprünge, so viele wie kein anderes Mineral. Wasser spielt dabei eine zentrale Rolle bei der Bildung von fast der Hälfte der Mineralien auf der Erde. Biologische Prozesse sind anhand der Studie für die Bildung eines Drittels der bekannten Mineralarten auf der Erde erforderlich.

Wesentlich mehr Mineralienarten als bisher angenommen

Auf der Grundlage ihrer Ergebnisse schlagen sie vor, die Zahl der bekannten Minerale von etwa 6000 auf über 10.000 zu erhöhen. Diese Bemühungen um eine neue Klassifizierung nach ihrer Herkunft ist nach Meinung einiger Wissenschaftler vergleichbar mit der Erstellung des Periodensystems der Elemente durch Mendelejew vor über 150 Jahren, und den damit verbundenen technischen und gesellschaftlichen Fortschritten.

Laut Hazen und Morrison könnte die Mineralogie auch Erkenntnisse für die Zukunft der Erde liefern. Wenn sich die Erde erwärmt und das Eis an den Polen schmilzt, könnte der höherer Kohlenstoffgehalt in der Atmosphäre die Entwicklung von Mineralen fördern, die mehr Kohlenstoff enthalten. Veränderte Niederschläge könnten auch zu einer größeren Vielfalt von Mineralien in Breitengraden führen, in denen sie bisher nicht nachgewiesen wurden. Das System Erde ist immer in Bewegung und passt sich an neue Gegebenheiten an.

Nicht nur die Mineralien spielten eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Lebens durch ihre Bestandteile und Komponenten im Erdreich und im Gestein, sondern auch das Leben spielte eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Mineralien, sind Hazen und Morrison überzeugt. Die Ergebnisse dieser Forschung sind sehr spannend und hier können wir noch große Neuigkeiten für die kommenden Jahre erwarten. Ob es allerdings für die Entdeckung der Dilithiumkristalle des Raumschiff Enterprise reichen wird, sei dahingestellt und ist unwahrscheinlich. Lassen wir uns aber überraschen und bleiben wir neugierig auf das was die Zukunft bringt.

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