Der Wettlauf um den Start von Satelliten aus Westeuropa in die Erdumlaufbahn wird immer intensiver. Schweden hat zu Jahresbeginn seinen neuen Satellitenstartplatz in der Arktis eingeweiht, von dem aus der erste Satellit voraussichtlich im März 2024 vom European Space and Sounding Rocket Range, kurz Esrange Spaceport, etwa 40 km von der Stadt Kiruna entfernt, starten wird. Der neue Weltraumbahnhof soll umfangreich genutzt werden. Von der Messung der Auswirkungen des Klimawandels, bis zur Verfolgung von Naturkatastrophen, oder der Überwachung des Straßenverkehrs in Echtzeit.

Die geografischen Vorteile

Auf dem Weg zu mehr Unabhängigkeit ist das neue Space Center in Schweden der wichtigste Kandidat für den ersten europäischen Satellitenstart. Obwohl die Europäische Weltraumorganisation (ESA) eine Raumstation in Kourou, Französisch-Guayana, unterhält, hat sie bisher noch keinen Satelliten direkt vom europäischen Festland aus ins All geschossen. Andere europäische Raumfahrtzentren sind ebenfalls in Planung. Die portugiesischen Azoren, die norwegische Insel Andoya, das spanische Andalusien und die britischen Shetland-Inseln wetteifern anscheinend darum, den ersten Satelliten zu starten.

Nach Angaben der Swedish Space Corporation (SSC) und Esrange ist das neue Space Center, aufgrund seiner Lage 200 km nördlich vom Polarkreis, ein aussichtsreicher Kandidat. In diesem Gebiet sind 5.200 Quadratkilometer unbewohntes Gebiet, so dass problemlos eine Rakete starten kann.

Die Umlaufbahn um den Nord- und Südpol reicht für viele Satelliten aus, und in Schweden, wie auch im übrigen Europa, sind die entwickelten Raketen meist sogenannte „Mikro-Raketen“. Sie sind nur etwa 30 Meter lang und können eine Nutzlast von mehreren hundert Kilo tragen. Außerdem würde ein Startplatz in der Nähe, die lange Schiffsreise nach Kourou verhindern und so zusätzlich Zeit und Kosten sparen.

Aufbruch in eine unabhängigere Zukunft

Die Satellitenindustrie boomt, und das schwedische Staatsunternehmen ist anscheinend im Gespräch mit mehreren Raketenherstellern und Kunden, die ihre Satelliten in die Umlaufbahn bringen wollen. Doch die Arbeit im arktischen Klima bringt viele Herausforderungen mit sich. Bei Temperaturen, die regelmäßig auf -30 Grad sinken, muss besonders auf die verwendeten Metalle geachtet werden, die in der Kälte spröder werden. Auch für die Arbeiter:innen sind die Bedingungen in diesem abgeschiedenen Umfeld speziell, aber sicherlich sehr spannend und interessant.

Dies ist ein Projekt, das umweltfreundlichere und kostengünstigere Raketenstarts innerhalb Europas ermöglicht. So wird auch die Abhängigkeit von internationalen Partnern und Ländern verringert und die Autonomie Europas vergrößert. Bin gespannt, was die Zukunft bringt und wohin es sich noch entwickelt.

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