Bei der Herstellung von Elektronikgeräten und besonders bei Smartphones wird eine riesige Menge an Material verbraucht. All dies für Geräte, die wir im Durchschnitt etwa alle 1 bis 2 Jahre austauschen und durch Neue ersetzen. Das ist nicht nur teuer, sondern auch noch Verschwendung.

Zerlegt man ein Handy in seine Einzelteile, findet man über 65 verschiedene Komponenten. Der Akku, das Gehäuse oder das Display sind aus Kunststoffen, Keramik, Glas und Metallen. Allein über 35 Metalle stecken in einem Handy. Neben Kupfer, Eisen und Aluminium, geringen Mengen an Silber und Gold, sehr kleine Mengen Palladium und Platin auch Kobalt, Gallium, Indium, Niob, Wolfram, Metalle der Platingruppe und die Seltenen Erden. Ein ganz normales Handy enthält also viele Stoffe, die von der EU-Kommission als seltene Metalle eingestuft wurden und weltweit immer knapper werden.

Im Laufe seines Lebenszyklus verbraucht ein Smartphone alles in allem etwa 80 Kilo an Ressourcen während es selbst nur knapp 80 Gramm wiegt. Das ist verrückt! Den größten Teil verschlingen hier der Abbau und die Gewinnung der Rohstoffe. Außerdem werden bei Weiterverarbeitung, Transport, Nutzung und Entsorgung jede Menge Energie, Arbeitskraft und Wasser benötigt.

Rohstoffverbrauch und aufwändige Verarbeitung

Da wir ständig auf neuere, modernere Modelle umsteigen werden alte Handys oft nicht recycelt und liegen in Schränken, Kellern und Schubladen herum. Dieser Rohstoffverbrauch und das geringe Recycling könnte dazu führen, dass es in 50 bis 100 Jahren zu einer Materialverknappung bei Rohstoffen für elektronischen Geräten kommt. Im Gegensatz zu den immer knapper werdenden fossilen Brennstoffen, die durch erneuerbare Energien ersetzt werden können, gibt es für Seltene Erden wie Indium und Tantal derzeit keine Alternativen, das ist ein großes Problem. Und solange es keinen Weltraumbergbau gibt, bedeutet die Rohstoffe sind fertig auch definitiv fertig.

Der enorme Rohstoffverbrauch ist nicht das Einzige, das ins Auge fällt. Auch die Verarbeitungsprozesse sind oft bedenklich. Kupfer aus Südamerika wird zum Beispiel zur Weiterverarbeitung nach China transportiert, wo aktuell die meisten Einzelteile eines Handys hergestellt werden. Daneben sind Vietnam, Bangladesch, Taiwan und Indonesien bekannte Produktionsländer. Vielfach werden die Geräte in diesen Ländern noch in mühevoller und nur gering bezahlter Handarbeit zusammengebaut.

Recycling von Smartphones, was wir dazu beitragen können

Das Recycling des alten Smartphones, Computer oder Tablets ist also gar keine so schlechte Idee und unverzichtbar, wenn wir schonend mit den Ressourcen umgehen wollen. Abgesehen davon, dass es Platz spart und das Haus entrümpelt wird, bietet das Recycling der Geräte und ihrer Metalle globale Vorteile für Umwelt und Nachhaltigkeit.

4 einfache Dinge, die wir tun können!

  1. Kauf ein Smartphone, das du selbst reparieren und den Akku tauschen kannst.
  2. Das Mobiltelefon so lange wie möglich nutzen und kauf nicht gleich ein Neues.
  3. Wenn das Smartphone kaputt ist, lass es reparieren.
  4. Gib es beim Händler ab oder bringt es zu einer anerkannten Recyclingstelle.

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