Die intensiven globalen Herausforderungen, wie Ressourcenknappheit und Klimakrise, machen uns Tag für Tag klar, dass es so nicht weitergehen kann. Eine Umstellung von der derzeitigen linearen Wirtschaft – produzieren, benutzen, wegwerfen – auf eine Kreislaufwirtschaft ist der einzige Ausweg. Dabei ist es besonders wichtig die drei Säulen Ökonomie, Ökologie, Soziales gleichberechtigt zu behandeln. Wird auch nur einer dieser drei Aspekte nicht berücksichtigt kann die Umstellung auf die Kreislaufwirtschaft nicht klappen. Wachstum muss neu definiert werden. Es soll auf die Gesellschaft positive Auswirkungen haben und gleichzeitig die Umwelt nicht weiter belasten.

Abfälle und Umweltverschmutzung sollten reduziert und die Ressourcenknappheit, die durch die steigende Nachfrage aufgrund des Bevölkerungswachstums immer weiter verstärkt wird, gemildert werden. Darüber hinaus müssen viel mehr umweltfreundliche Entwicklungen und Technologien unterstützt werden, um neue Geschäftsmodelle zu fördern. Dies kann nur gelingen, wenn dabei Arbeitsplätz geschaffen und nicht abgebaut werden. Es können neue, grünere Arbeitsplätze sein. Die Europäische Union schätzt, dass der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft mehrere Hunderttausend neue Arbeitsplätze schaffen wird. Das klingt ja sehr gut.

European Green Deal: Kreislaufwirtschaft als Königsweg

Der Aktionsplan „European Green Deal“ umfasst eine Reihe politischer Initiativen und ist ein Element des von der Europäischen Kommission verabschiedeten Konjunkturpakets zur Linderung der Folgen der Corona-Pandemie. Das Ziel ist die EU zumindest bis 2050 klimaneutral zu machen. Früher wäre natürlich besser! Der Plan umfasst Entwicklungen und Investitionen in Ressourceneffizienz und eine saubere Wirtschaft. Ein zentraler Bestandteil des Green Deal zielt darauf ab den Materialverbrauch zu reduzieren und die Ressourcen wiederzuverwenden. Als Schlagwörter können „Reduce, Reuse, Recycle“ (Vermeiden, Wiederverwenden, Wiederverwerten) hervorgehoben werden.

Der Aktionsplan konzentriert sich noch vorwiegend auf elektronische Waren, Textilien, Kunststoffe und das Bauwesen, mit den dortigen Möglichkeiten der Materialrückgewinnung. Aber weitere Sektoren könnten und sollten dazukommen. Die Notwendigkeit der Reparatur für elektronische Waren wird immer wichtiger und in diesem Zusammenhang auch die Recyclingfähigkeit von Kunststoffen. Biologisch abbaubare Kunststoffe sollen besonders gefördert werden.

Derzeit werden in der EU nur weniger als 20 % der Rohstoffe nach deren Gebrauch wieder in die Wirtschaft zurückgeführt. Das ist nicht viel. Daher besteht ein Wachstumspotenzial für Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kreislaufwirtschaft anbieten. Abfallwirtschafts- und Recyclingunternehmen spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht die Materialien nach deren „Erstverwendung“ fachgerecht zu verarbeiten und so den Bedarf an Ausgangsrohstoffen zu reduzieren.

Aktuell steht das Thema der Rohstoffknappheit noch zu wenig im Mittelpunkt der Öffentlichkeit, da vielfach der CO2-Ausstoß und der Klimawandel zentral sind. Aber das Eine ist untrennbar mit dem Anderen verbunden. Die wirtschaftliche Zukunft kann und muss ökologischer und sozialer werden, um überleben zu können.

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